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Fendi Design Prize 2026: Gustav Craft gewinnt mit VIA

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Fendi Design Prize 2026: Gustav Craft gewinnt mit VIA

Das VIA-Projekt verwandelt das Erbe Roms in ein zeitgenössisches System und stärkt damit den Dialog zwischen Bildung und Industrie
19 April 2026
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Das Istituto Marangoni Milano Design feiert eine bedeutende internationale Errungenschaft: Gustav Craft, ein schwedischer Studierender im dritten Jahr des Studiengangs Product Design, ist der Gewinner des Fendi Design Prize 2026, einer der renommiertesten Auszeichnungen für aufstrebende Designer.

Der Preis wurde am 19. April in den Räumen von Fendi Casa in Mailand verliehen und ist mit 50.000 € dotiert, um die berufliche Weiterentwicklung des Preisträgers sinnvoll zu unterstützen. Diese Auszeichnung honoriert nicht nur ein Projekt, sondern auch eine klare Designrichtung, die den Blick in die Vergangenheit wagt, um die Zukunft zu gestalten.

VIA

Das VIA-Projekt: Design als Infrastruktur der Zeit

VIA ist mehr als nur eine Möbelkollektion. Sondern ein System. Eine Sprache. Ein Statement.

Im Mittelpunkt steht eine einfache, aber radikale Intuition: Design kann wie die römischen Straßen als Infrastruktur fungieren. Keine Dekoration, sondern Struktur. Nicht Oberfläche, sondern Konstruktion.

Ausgangspunkt ist der Sampietrino, der ikonische Pflasterstein Roms. Ein universelles, anonymes Objekt, über das man seit Jahrhunderten einfach hinweggeht und das oft unbemerkt bleibt, gerade weil es allgegenwärtig ist. Gustav Craft rückt es nun wieder in den Mittelpunkt und verwandelt es dabei in einen generativen Designcode.

Aus dieser Idee entsteht eine kohärente Kollektion, bei der jedes Element aus derselben konzeptionellen Matrix stammt:

  • Die Sitzmöbel interpretieren das städtische Pflaster durch ein Selleria-Ledergewebe neu: Jeder Riemen wird zu einem Stein, jeder Schnittpunkt zu einer Fuge.
  • Die Stahlkonstruktionen erinnern an die rationale Logik der römischen Stadtplanung, wobei die sichtbaren Schweißnähte zu einem charakteristischen Merkmal erhoben werden, anstatt als Schönheitsfehler zu stören.
  • Auf dem Teppich ist derweil eine Luftaufnahme der Stadt zu sehen: ein unregelmäßiges Gitter aus Festkörpern und Hohlräumen, veredelt durch Farbtöne, die an das warme Licht Roms erinnern.
  • Schließlich ruht der Spiegel auf einem Basaltblock: Das Gewicht der Geschichte trägt dabei das Bild der Gegenwart.

Bei VIA steht jedes Element in Wechselwirkung mit den anderen. Keines der Objekte ist isoliert; vielmehr gehören sie alle einem Design-Ökosystem an, das sich mit einer grundlegenden Frage beschäftigt: Was bedeutet es heute, etwas zu entwerfen, das wirklich von Dauer sein soll?

Die Antwort ist in ihrer Einfachheit verblüffend: Ziel muss es sein, zweckorientiert mit Präzision und Zeit zu bauen – genau wie vor zweitausend Jahren.

Via poltrone

Über die Auszeichnung hinaus

Der Erfolg von VIA ist nicht nur eine Einzelleistung. Er steht vielmehr für ein umfassenderes Designverständnis: als Disziplin, die Erinnerung und Innovation, Material und Vision, Kultur und Industrie miteinander verbinden kann.

In einer Zeit, die immer schnelllebiger wird, lädt VIA uns ein, innezuhalten und den Boden unter unseren Füßen zu betrachten. Um zu erkennen, was schon immer da war – und es bewusst in ein Design zu verwandeln.

In diesem Kontext bekräftigt das Istituto Marangoni Milano Design seine nachgewiesene Fähigkeit, in einen konkreten und kontinuierlichen Dialog mit der Produktionswelt einzutreten, die direkte Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Unternehmen zu fördern und aus der Ausbildung eine echte Designerfahrung zu machen. Dank diesem Ansatz können sich aufstrebende DesignerInnen authentischen Herausforderungen stellen und Visionen entwickeln, die für die heutige Branche wirklich relevant sind.

Denn letztendlich ist die Zukunft des Designs vielleicht schon geschrieben – wir müssen nur lernen, die Spuren zu deuten, die die Steine uns hinterlassen haben.

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