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Das Innovation Culture Symposium brachte führende ExpertInnen zusammen, die sich über KI und Kreativität in der Welt der Mode austauschten.

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Das Innovation Culture Symposium brachte führende ExpertInnen zusammen, die sich über KI und Kreativität in der Welt der Mode austauschten.

KI in der Mode
27 Mai 2026
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Was passiert, wenn künstliche Intelligenz, Algorithmen und neue Technologien nicht mehr nur einfache Werkzeuge sind, sondern zu aktiven Akteuren in kreativen Prozessen werden? Diesem fesselnden Thema widmete sich das Istituto Marangoni Milano im Rahmen des Innovation Culture Symposiums • Discussing New Paradigms in Fashion auf dem Campus im Palazzo Turati. Im Rahmen der Veranstaltung fanden drei Podiumsdiskussionen statt, bei denen Fakultätsmitglieder, ForscherInnen, Experten für Mode und Luxus sowie hochrangige Gäste aus der Branche in einen Austausch zur Zukunft der Kreativität und zu den neuen Paradigmen traten, die die Welt der Mode tiefgreifend verändern – von der kreativen Leitung und intelligenten Textilien bis hin zu digitalen Plattformen und neuen Verbrauchergruppen.

Zur weiteren Erörterung der technologischen Innovationen fand im Rahmen des Symposiums eine offene Diskussionsrunde statt. Dabei wurde sowohl über Grenzen und Widersprüche als auch über die vielfältigen Möglichkeiten gesprochen, um zu verstehen, wie sich die Sprache der Mode durch die Technologie verändert und wie sich die Branche an diesen Wandel anpassen kann.

Luxus im Zeitalter der Algorithmen

Das erste Panel diskutierte ĂĽber eines der dringendsten Themen in der Welt der Mode: die Auswirkungen der kĂĽnstlichen Intelligenz auf die kulturellen und wirtschaftlichen Grundlagen der Luxusbranche. Zu den Teilnehmenden zählten Marta Martina, IM-Dozentin, Mode- und Medienforscherin und Journalistin, Simona Murialdo SĂ nchez, Art Director & IM Milano Fashion Styling Course Leader, und Rita Laino, Global Human Resources Director bei Valextra. Moderiert wurde das Panel von Carlotta Sadino, IM Creative Masters Programme Leader.

Seit Jahrzehnten lebt die Mode von einer starken Urheberschaft, ihren Visionen und ihrer Einzigartigkeit. Heute werden viele dieser Säulen durch die künstliche Intelligenz neu definiert. Dabei wirkt die KI durch Rekombination anstatt durch abrupte Veränderungen – sie gestaltet das bereits Bestehende neu. Generative Tools beschleunigen und komprimieren etablierte Phasen des kreativen Prozesses – Recherche, Referenzsammlung, Synthese und Übersetzung – und verändern damit grundlegend den Fluss des kreativen Denkens.

Das Hauptrisiko liegt in der visuellen Homogenisierung: einer Überproduktion von Bildern, gepaart mit einer begrenzten kritischen Auswahl. Die kreative Leitung verlagert sich dabei weiter nach oben im Prozess, wobei Briefings, die Festlegung von Einschränkungen und das gesamtheitliche Systemdesign zu zentralen Handlungen einer starken Urheberschaft werden. Was wäre nun, wenn die Kreativität in ihrer einnehmendsten Form genau an den Rändern entstehen würde – durch Fehler, Widerstand und Unvorhersehbares?

DER FALL VALEXTRA

Rita Laino, Global Human Resources Director, erläuterte, wie Valextra künstliche Intelligenz als Ressource einsetzt, die der Markenkultur dient, anstatt sie zu dominieren. KI wird dadurch zu einem Werkzeug der Verstärkung, das ein kontrolliertes Experimentieren ermöglicht und nachhaltigere kreative Prozesse unterstützt. Hier geht es bei Innovation nicht darum, die Sprache einer Marke zu ersetzen. Vielmehr sollen ihre Möglichkeiten erweitert werden.

Dialoge zwischen Mensch und Maschine

Das zweite Panel beschäftigte sich mit dem Wandel der Beziehung zwischen Menschen, intelligenten Materialien und neuen Technologien. Zu den RednerInnen zählten Alessia Moltani, IM-Dozentin und GrĂĽnderin von ComfTech, Carolina Guajana, Fashion Business Programme Leader, und Alessandro Castiglioni, Deputy Director & Senior Curator am MA*GA Museum und IM-Milano-Dozent. Moderiert wurde das Panel von Simona Ironico, PhD, IM Fashion Business Programme Leader, und Carlotta Sadino, IM Creative Masters Programme Leader.

Kleidung wird neu erfunden – nicht nur als etwas, das wir tragen, sondern als interaktive Plattform, die Daten über ihre TrägerInnen sammelt, Signale interpretiert und eine dynamische Beziehung zwischen dem Körper und seiner Umgebung ermöglicht. Fortschritte in der Wearable-Technologie und bei intelligenten Textilien zeigen bereits auf, wie Stoffe, in die Sensoren, reaktionsfähige Systeme und künstliche Intelligenz integriert sind, verändern können, wie wir über Design nachdenken.

Das ist nicht nur eine technologische Innovation, sondern signalisiert vielmehr ein neues Paradigma in der Beziehung zwischen Menschen und Produkten. Intelligente Textilien können mit ihrer Umgebung interagieren und sich an sie anpassen. Dadurch steigt auch unsere Lebensqualität als Menschen.

Darüber hinaus sprachen die ReferentInnen darüber, wie sich mit der KI die Identität einer Marke bewahren lässt, ohne sie dabei an die Vergangenheit zu ketten. Die Landschaft ist von ständigen Veränderungen bei der künstlerischen Leitung geprägt: Vor diesem Hintergrund könnte die künstliche Intelligenz zu einem Werkzeug für mehr Kontinuität werden, mit dem sich das symbolische Erbe einer Marke bewahren lässt, während gleichzeitig mehr Wachstum und eine größere Anpassungsfähigkeit möglich werden.

DER FALL RAMY™

Eine B2B-Plattform unterstützt Modemarken mithilfe von Daten und der KI beim Umgang mit ihrem kreativen Erbe und der Nachfolgeplanung für ihre künstlerische Leitung. Als „digitaler Zwilling“ des Erbes der jeweiligen Marke erfasst und operationalisiert sie die symbolischen, emotionalen und stilistischen Aspekte der entsprechenden Markenidentität. Anstatt die menschliche Kreativität zu ersetzen, eröffnet die KI einen strategischen Rahmen, der bei Innovationen unterstützt, ohne dabei die Identität einer Marke zu verwischen.

Kreative Disruption und Aufmerksamkeitsökonomie

Das dritte Panel befasste sich mit dem zunehmend zentralen Thema der Kundenbindung in einer Welt, die von endlosen Inhalten, Bildern und Reizen ĂĽbersättigt wird. Zu den TeilnehmerInnen an der Diskussion zählten Carlos Gago Rodriguez, IM-Dozent, akademischer Forscher, Art Director und Modeeinkäufer, Daniele D’Orazi, IM-Dozentin und Master Fashion Omnichannel & E-Commerce Scientific Coordinator, sowie Astrid DaprĂ , IM-Dozentin, Global Luxury & Fashion Executive (mit Erfahrung bei Balenciaga, Saint Laurent, Prada und Armani), Beraterin und Katalysatorin. Moderiert wurde das Panel von Simona Ironico, PhD und Fashion Business Programme Leader. 

Die größte Herausforderung besteht heute nicht mehr in der Produktion von mehr, sondern von sinnvollerem Content. Die künstliche Intelligenz kann einen Stil reproduzieren, Prozesse beschleunigen und die Produktion skalieren. Eine Vision – eine individuelle Sichtweise – kann sie jedoch nicht eigenständig generieren.

Manche KünstlerInnen setzen bewusst Maschinen ein, die sie zuvor verändert, sabotiert oder bei denen sie Fehlfunktionen ausgelöst haben, um die Machtstrukturen hinter diesen Technologien in Frage zu stellen. Darin lag vielleicht eine der eindrucksvollsten Erkenntnisse des Symposiums: In einem zunehmend automatisierten Kontext liegt der wahre menschliche Mehrwert in der Absicht hinter den Inhalten.

Neue Generationen suchen nach Identität und nicht nur nach Produkten. Marken, die sich ausschließlich auf die Leistung ihrer Produkte konzentrieren, laufen Gefahr, dass sie mit diesem Ansatz Inhalte generieren, denen es an Substanz fehlt. Heute ist Storytelling mehr als ein bloßes Marketinginstrument, sondern vielmehr ein Ausdruck von Werten, einem starken Bewusstsein und einer ethischen Positionierung.

Wenn die Technologie Inhalte stärken und Prozesse beschleunigen kann, bleibt eine grundlegende Frage: Welche Geschichten wollen wir wirklich erzählen?

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